2026-06 Elbe-Radtour – Etappe 6 – Nach Dečin

Der Wetterbericht wird nicht besser. Aber zumindest haben wir eine reelle Chance, zwischen den Regengebieten hindurch zu schlüpfen. Kurz vor der Abfahrt lernen wir im Hotel noch einen Gleichgesinnten kennen und geraten ins Plaudern. 82 ist er und fährt jedes Jahr die Etappen von Dresden bis Vchlaby und zurück. Und jetzt kommt’s: Mit einem „richtigen“ Rad, „Bio-Rad“ sagt man heute wohl dazu. Bewundernswert! Allerdings hat er dieses Jahr die Tour vorzeitig abgebrochen, wetterbedingt, denn über dem Riesengebirge liegt inzwischen eine ausgedehnte Regenzone. Schließlich müssen wir uns aber trennen, denn jeder von uns hat ja noch etwas vor. Wir radeln wieder zurück zur Elbe und freuen uns – der Radweg sieht gut aus. Die Wolken nicht, aber es regnet nicht. In Ústí nad Labem entscheiden wir uns, noch zum jezera Milada, einem künstlichen See zu fahren. Bevor wir allerdings auf einen Radweg dahin landen, überqueren wir dafür eine große Brücke und bewältigen Treppen, zwar mit Fahrrille fürs Rad, aber total steil. Dann müssen wir noch abenteuerlich auf der vielbefahrenen Schnellstraße raus aus der Stadt radeln. Abenteuerlich? Eher lebensmüde! Naja, nicht ganz, denn die Tschechen weichen alle auf die andere Spur aus und lassen uns unseren Freiraum. Trotzdem sind wir froh, als wir endlich abbiegen können. Der Radweg führt uns nun etwas hoch in die Berge. Einmal sogar so steil, mit Schotter, Kiesel und Grasnarben, dass wir glauben, nicht hochzukommen. Gerd muss im Stehen vornübergebeugt trampeln, sonst würden ihn die Gepäcktaschen nach hinten umkippen lassen. Aber wir schaffen es und gelangen schließlich auf herrlichen Asphaltstrecken hinunter an den See. Die Wolken sehen immer noch bedrohlich aus, aber wir genießen in Ruhe unsere Mittagsrast. Vor uns im Schilf ein Drosselrohrsänger, hinter uns im lichten Wald höre ich die Mönchsgrasmücke, das Rotkehlchen, die Amsel und den Fitis. Den letzteren zu bestimmen hilft mir Merlin. Es geht zurück nach Ústí, zurück zum Elberadweg. Wieder abenteuerlich (gefährlich) über Schnellstraßen, Baustellen und Kreisverkehre. Nur weitere Treppen bleiben uns erspart. Ach was freuen wir uns nun über den Elbe-Radweg. Jetzt wissen wir ihn richtig zu schätzen. Und radeln nun munter und zufrieden in Richtung Dečin. Wir wechseln uns mit einer Radgruppe ab, die wohl zum Veranstalter „Rückenwind“ gehören. Mal fahren sie vor uns, mal überholen wir wieder. Diesen Rückenwind scheinen sie aber nicht mitzuführen, denn inzwischen künden die Windböen schon den kommenden Regen an, Und die Posten uns definitiv von vorn an.. Und so erwischt uns der Regen. doch noch die letzte halbe Stunde …

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