Nach einem ruhigen Ruhetag bei Mama starten wir heute wieder durch. Aber erstmal müssen wir ganze 12 km durch die Stadt, bevor wir wieder am Elberadweg ankommen. Es scheint sich einzupendeln, auch heute ist wieder Regen angesagt und sehr kalt finde ich es auch. Also gleich von Anfang an die Regenklamotten an, die halten auch gleich schön warm. Trotz des ungünstigen Wetters sind nicht wenig Radler unterwegs, es ist Samstag. Aber sicher nicht so viele, wie an schönen Tagen in der Hochsaison. Wir beginnen linkselbig und wechseln in Meißen auf die andere Seite. Nicht ohne die über der Stadt thronende Albrechtsburg zu bewundern. Eigentlich gar keine Burg, sondern ein spätgotisches Residenzschloss, wohl Deutschlands ältester Schlossbau. Bekannt natürlich auch für das weiße Gold von August dem Starken. Wir belassen es beim Bewundern von außen und radeln weiter, nun schon langsam im Regen. Aus der Kapuze heraus (darüber natürlich der Fahrradhelm). entdecken wir am Elbufer nun auch viele Weingüter, kleine Elbschlösser – die Erinnerung wird wach. Komme ich doch wieder einer meiner ehemaligen Heimatorte näher. Oft sind wir hier entlang gefahren, nicht mit dem Rad, eher mit dem Auto. Das Wetter wechselt, Wolken, Regenguss, Sonne, Schauer und irgendwann lassen wir sie hinter uns, die Regenfront. Schließlich sind wir in Glaubitz, hier habe ich 6 Jahre gewohnt, bis 1985. Meist nur am Wochenende, da ich schon zur Ausbildung und zum Studium „außerhalb“ war. Meine Eltern wohnten hier bis 2014. Wir machen einen kleinen Schlenker am Bahnhof vorbei – denn ich übrigens nicht wiederkenne, so „modernisiert“ ist er – und fahren zu „meinem“ Wohnblock – den ich natürlich sofort wiederkenne, so unverändert ist er. Zurück zur Elbe geht es weiter Richtung Riesa und dann Richtung Strehla. Kurz bekomme ich einen Schreck, denn es hat sich eine Fähre in meine Komoot-Planung geschlichen. Aber wir haben Glück, sie fährt. Modern, schnell, unkompliziert. Und dann sind wir im Ort unserer Hochzeit – das Rathaus sieht definitiv schicker aus als vor knapp 42 Jahren! Noch ein Stück weiter und wir biegen ein zur Jugendherberge. Wir wohnen heute in der Mühle, Nostalgie pur – hier verbrachten wir schon die Hochzeitsnacht – mit unserem damals drei Monate „altem“ Baby 🙂
2026-06 Elbe-Radtour – Etappe 8 – Nach Strehla
