2026 – Rundreise durch Norwegen

1. Tag: Anreise nach Oslo
Früh am Morgen beginnt die Reise. BER – Alles klappt problemlos, das erste Mal checken wir unsere Koffer selbst ein. Der Flieger startet mit nur 20 min Verspätung, die Sonne strahlt oberhalb des Zuckerwattewolkenparadieses. Pünktlich landen wir, der Pilot hat sich wohl beeilt. Kurz werden wir zum Hotel in der Nähe des Flughafen, weit weg von Oslo geschafft. Wir entscheiden uns für das Angebot, noch in die Stadt zu fahren. Schließlich haben wir noch einen kahlen Nachmittag zur Verfügung. Und die nutzen wir für eine gemütliche (für mein Knie lange) Tour mal dahin und mal dorthin. Eine interessante Architektur erwartet uns, wie laufen gefühlt fast an allen der. 212 Bronze- und Steinskulpturen des norwegischen Bildhauers Gustav Vigeland vorbei. Und auch die Sonne meint es nun richtig gut mit uns. Sie strahlt auf uns herab und so genießen wir immer wieder eine kurze Pause auf den gefühlt hunderten Bänken und Steinen mit tollen Ausblicken. Hinüber zum Riesenrad, in der Ferne Holmenkollen, hinaus auf den Oslofjörd. Morgen gibt es die offizielle Stadtbesichtigung, da werden wir dann ausführlich erfahren, was wir heute schon gesehen haben ….
1:26 h in Bewegung

2:55 h unterwegs

2. Tag – Oslo und der Oslofjord

ca. 160 km 
Und Nein, ich bin diese Strecke weder gelaufen noch Rad gefahren. Ich habe mich als bequemen Rentner mit Bus und Schiff durch die Gegend schaukeln lassen, von ein paar wenigen Kilometern zu Fuß mal abgesehen. Das was wir gestern in der Stadt schon fotografiert haben, das wurde uns heute erklärt. Auch schön, diese Reihenfolge. Wir beginnen (laufend) im Skulpturenpark Vigeland. Hier stehen die meisten Skulpturen von ihm, nicht im Stadtgebiet, ich muss also meine gestrige Aussage korrigieren. Besonderes toll ist die Brücke, links und rechts mit Skulpturen zum Thema Familie. Der kleine Trotzkopf ist wohl das Highlight. Von hier geht es dann mit den Bus und einer einheimischen Stadtführerin, hin und her durch die Stadt. Theater, Universität, Oper, moderne Stadtviertel, Bahnhof, Parlament und vieles mehr, sehr informativ.. Und wie sehen natürlich das Schloss und den Park, voller Menschen. Norwegen trauert ja um seinen König Harald V., der vor einigen Tagen gestorben ist. Für uns geht es. nun hoch hinaus zum Holmenkollen und mit dem Lift hinauf auf die Schanze. Tolle Aussicht, 360 Grad ringsum. Zurück fährt uns der Bus (also Pjotr, der Busfahrer) wieder zum Hafen, dort werden wir ausgesetzt, um kurz danach mit dem riesigen Katamaran durch die Osloer Fjörde zu cruisen. Es ist so entspannend, so interessant – die kleinen Badehäus‘chen, witzig, man hatte früher seinen eigenen Zugang durch ein Loch im Boden, um baden zu gehen, in Zeiten vor Badeanzug und Bikini. Heute hat man Millionäre, die sich einen Lift durch den Felsen bauen, nur um ihn dann gesperrt zu bekommen (oder so ähnlich). Ja, es war interessant, die Fahrt entlang der typisch skandinavischen Ufer mit den grünen, roten, weißen Häuschen. Übrigens ist die grüne Farbe die preiswerteste Variante und weiß sind die von denen, die etwas mehr Geld in der Tasche haben. Schließlich haben wir noch 2,5 Stunden Freizeit und können endlich ein paar Schritte laufen. Wohin? Zum „Det kongelige slott“ das versteht man sogar, ohne norwegisch zu können. Wir finden dort viele viele Menschen, eine endlose Schlange (zum Kondolieren?), und ein Blütenmeer!. Nein, das ist weitaus untertrieben,. es ist einfach nur der Wahnsinn. Wir laufen einmal mitten durch die Menge und dann zurück in die Stadt, Stiefeln noch hoch auf die Festung Akershus. Hier genießen wir den Blick hinüber zum Hafen, bummeln anschließend direkt am Ufer zum Treffpunkt, um wieder vom Bus aufgesaugt zu werden. Ein toller Tag bei tollem Wetter …

mit Komoot aufgezeichnet von wanderro u t e

3. Tag – Am Vøringfossens und Steinsdalfossen vorbei nach Bergen
Wir verlassen Oslo und fahren heute etwa sieben Stunden bis nach Bergen. Es ist nun kälter, aber wir haben enormes Glück, die Sonne strahlt. Auf dem Weg zum ersten Ausflug können wir so schon einmal die fantastische Landschaft genießen, bei den Wetter wirkt alles doppelt so schön. Wir fahren durch Hardangervidda, die größte Hochebene Europas und größter Nationalpark Norwegens. Sie erstreckt sich über eine gewaltige Fläche von rund 8.000 Quadratkilometern. Am Vøringsfossen gibt es den ersten Haltepunkt – Norwegens bekanntester Wasserfall. Gesäumt wird er durch einen gut befestigten Pfad, von dem man immer wieder imposante Blicke auf den 168 m in die Tiefe stürzenden Wasserfall erhält. Wir laufen erst in die eine Richtung, schießen hunderte Fotos, dann in die andere Richtung, gefolgt von den nächsten hundert Fotos. An der Brücke traue ich mich sogar, ein paar Stufen hinabzusteigen, nicht alle 99, um einmal quer hinüber zu gelangen, aber immerhin. Ich bin irre stolz auf mich – Höhenangst (einigermaßen) bezwungen. Die metallene Brücke überspannt den Fluss Bjørøio und verbindet die Aussichtspunkte, erst 2020 wurde sie freigestellt. Für einen kompletten Rundgang haben wir aber nicht genügend Zeit, müssen also wieder umkehren und hoch zum Ausgangspunkt steigen. Die Anstrengung ist ein kleiner Ausgleich für das kalte Bussitzen. Den von hier geht es nun weiter zum nächsten Wasserfall. Wieder ein paar Stunden durch die tolle Landschaft, entlang des Hardangerfjörds, durch unzählige Tunnel, zweimal sogar mit Kreisverkehr, über die „Hardangerbrua“, eine Brücke, die den Eidfjord, einen inneren Arm des Hardangerfjords überspannt. und so geht es weiter und weiter und weiter … (Fortsetzung folgt)

mit Komoot aufgezeichnet von wanderro u t e

Kleiner, feiner, näher dran. So präsentiert sich der Steinsdalfossen, unser zweiter Wasserfall, den wir besuchen dürfen. Wir steigen die Stufen hinauf, gelangen hinter den Wasservorhang,. hinter die Wasserflut, die hier 50 Meter hinab stürzt. Total faszinierend. Ich probiere etwas rum mit Langzeitbelichtung, was auch mit den Smartphone ganz ordentlich gelingt. Für die Spiegelreflex fehlt mir das Stativ, es schlummert im Koffer, weil ich das passende Verbindungsstück zuhause vergessen habe. Naja, Vergesslichkeit muss bestraft werden. Auf jeden Fall genießen wir von ganz oben eine tolle Aussicht über Norheimsund und das Steinsdalen-Tal. Immer noch scheint die Sonne, aber die ersten Wolken sind schon zu erahnen. Denn von hier aus geht es direkt nach Bergen und da regnet es bekanntlich an weit mehr als zweihundert Tagen im Jahr. Solche und viele andere Informationen gibt uns Ursel, unsere Reisebegleiterin im Bus während der Fahrt. So verbinden wir Aussichten mit interessanten Fakten und die Zeit vergeht im Flug. Ob ich allerdings den Trollgeschichten glauben soll, überlege ich mir noch. Vielleicht begegnet mir ja einer auf der Reise. Pjotr, unser Busfahrer bringt uns währenddessen souverän ins Ziel …

4. Tag – Das Herz der Fjorde – Bergen
Die ganze Nacht hat es geregnet, während wir frühstücken klart es auf! Schon mit Sonnenschein steigen wir in unseren Bus, der uns nach Bergen fährt. Und dort lernen wir unseren heutigen Stadtführer kennen, ein gebürtiger Weimarer, der seit 24 Jahren hier lebt. Und dann geht’s auch gleich los, der absolute Wahnsinn. Wir bekommen satte zwei Stunden so viel erzählt, dass uns die Ohren klingen. Aber das Ganze auf eine tolle Art, dass wir nicht genug davon bekommen können. Selbst bei einem kurzen Fotostopp – bei dem wir fast vergessen zu fotografieren – werden wir mit Informationen, gespickt mit viel Sprachwitz und Anekdoten versorgt. Also wer in Bergen mal einen Stadtführer braucht, bucht ihn! Frank-Ulrich! Und dann erfahrt ihr alles, was wir auch erfahren haben. Nach der Fahrt kreuz und quer durch die Stadt, laufen wir mit ihm noch gemeinsam durch die Gassen der bunten Häuser. Wir lernen dabei auch das eine oder andere aus der norwegischen Sprache. Bei männlichen Wörtern steht nicht ein ‚der‘ davor, sondern es wird ein ‚-en‘ angehängt … – und „schmeiß“ sind 80 % der norwegischen Wörter, so sagt er. Viele Wörter erkennt man, wenn man sie laut vorliest, oft fehlt nur ein Buchstabe – Haus hus, Maus mus, Eis is. Schließlich verabschieden wir uns und fahren nun mit der Fløibanen, einer Standseilbahn vom Stadtzentrum auf den Berg Fløyen. Oben angekommen, sind wir vom Blick hinunter auf die Stadt und den Byfjorden – den Fjord direkt vor der Stadt – total begeistert. Und immer noch scheint die Sonne. Ein paar Wolken dazwischen führen zu einem ständigen Wechsel, Jacke an, Jacke aus. Aber egal, es regnet schließlich nicht. Wieder unten in der Stadt angekommen, schlendern wir nun noch selbst durch viele Straßen, machen Rast am Lille Lungegårdsvannet, einem kleinen See mit Springbrunnen. Direkt daneben findet jetzt das Matfestival statt. Ein „Ess-Festival“. Super! Wir erhaschen da und dort eine Kleinigkeit zum Naschen – perfekt, um den langen Nachmittag zu überbrücken. Und zum Schluss schlendern wir nochmal durch alle Gassen zwischen den bunten Häusern und „schwänzeln“ durch alle Geschäfte, egal ob Galerie, Antikes, Gestricktes, ob Kitsch oder Kunst, selbst ein Weihnachtshaus – das Julehuset – durchstöbern wir. Ich leiste mir in einem der Geschäfte ein paar schöne norwegische Klappfäustlinge. Na, was ist das? Die Finger stecken zur Hälfte im Handschuh, drüber der Fäustling, eben abklappbar, perfekt für künftige winterliche Fototouren für meinen Panoramakalender. (Etwas ähnliches habe ich ja schon für die nicht ganz so kalten Wintertage,). Schließlich laufen wir noch gemütlich durch die Festung Bergenhus. 1944 explodierte direkt davor ein mit Sprengstoff beladenes Frachtschiff.. Die Detonation war so gewaltig, dass Teile der Festung schwer beschädigt wurden – und ein Stück des Ankers rund drei Kilometer weit bis hinauf auf den Sandviksfjellet geschleudert wurde. Dort liegt es wohl noch heute. Eine Geschichte, die wir ohne unseren Stadtführer wohl nicht erfahren hätten. Kurz vorm Einsteigen in den Bus, der uns zurück zum Hotel fährt, fallen zweiundzwanzig Regentropfen, für die Bergener ist es damit wieder ein Regentag …

mit Komoot aufgezeichnet von wanderro u t e

5. Tag – Mit Schiff und der Flåmsbana unterwegs
Es ist noch halbe Nacht, da müssen wir raus aus den Federn. Bereits 5:30 Uhr fährt unser Bus ab, da es wegen einer Baustelle eine Planänderung gibt. 9:00 Uhr besteigen wir ein E-Schiff, was uns von Gudvangen über den Nærøyfjorden, rechts abbiegend durch den Aurlandsfjorden bis nach Flåm bringt.Die Sonne versteckt sich noch, aber die Wolken, die sich im umliegenden Gebirge festhalten, sind ein willkommener optischer Ausgleich. Bei jedem schönen Ausblick läuft man schnell raus auf die Schiffsplattform, fotografiert und sitzt dann wieder im schönen warmen Innenraum. Entspannte 2 Stunden lang. In Flåm steigen wir um in den Zug und mit der berühmten Flåmsbana werden wir von 2 m ü.M. auf 866 m hoch geschleppt – 20 km lang, in 60 min, durch 20 Tunnel, mit einer maximalen Steigung von 55 ‰, eben die steilste Normalspurbahn Nordeuropas, so lesen wir auf einen Monitor im Zug. Unterwegs eröffnet sich ein nach dem anderen überwältigender Ausblick, da ein Wasserfall, dort ein Talblick, hier ein Abgrund, gefühlt direkt neben den Schienen. Unterwegs gibt es einen Fotostopp am Kjosfossen, einem mächtigen Wasserfall. Oben zwischen den Felsen erscheint plötzlich eine Huldra, eine Sagengestalt aus der norwegischen Volksüberlieferung, und tanzt zu geheimnisvollem Gesang. Der Legende nach lockt sie mit ihrem Gesang Männer in die Berge. Schafft sie natürlich nicht – wir sind wieder vollständig zurück in unserem Zugabteil. Durch die Planänderung haben wir den Vorteil, nun auch mit dem Zug dieselbe Strecke wieder zurück zu fahren. Nochmal eine Stunde, herrlich. Unten wartet unser Busfahrer, sammelt uns in seinen Bus ein und wir steuern noch einen Wasserfall an. Kurz vorher geht ein Regenguss nieder, schnell holen wir die Regenjacke aus dem Rucksack. Aber als der Bus am Tvindefossen ankommt, blinzelt uns bereits wieder die Sonne an. Halbe Stunde Zeit, schnell fotografieren und dann noch den Blick in Ruhe schweifen lassen, den Anblick aufsaugen, für die Erinnerungen, die wir mit nach Hause nehmen …

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6.  Tag – Durch den Jostedalsbreen Nationalpark
Heute steht wieder eine lange Busfahrt an, keine Freizeit, nur ein paar Haltestopps mit ein paar wenigen Schritten. Aber dafür sehen wir viel. Hoch hinaus führen uns Serpentinen, die höchste Stelle des Vikafjellet. liegt auf fast 1.000 m. Wir halten natürlich und sammeln ein paar Fotos ein. Eiskalt ist es da oben, der Winter lässt grüßen. Serpentinen wieder runter,. und schon sind wir am Sognefjord und haben hier perfektes Timing. Die Fähre öffnet gerade ihre Luken und schon legen wir ab. Einmal quer rüber, kurz an Deck die Beine vertreten, ein paar Fotos schießen und schon geht’s weiter. Nächster Haltepunkt ist ein Aussichtspunkt, von dem aus man einen Blick auf einen der Gletscherarme des Jostedalsbreen erhascht, den größten Gletscher auf dem europäischen Festland. Wolken verdecken ihn, als wir aussteigen. Als wir unten am kleinen See Brevatnet stehen, schieben sich die Wolken gegenseitig weg und wir erahnen die riesige Welt des Gletschers und seines Ausläufers hier, den Bøyabreen. Und wieder geht es weiter, nach einer weiteren Fahrt durch die Berge öffnet sich der Blick weit über den Innvikfjorden. Stopp, aussteigen, Beine ausschütteln, fotografieren, einsteigen, weiter. Wieder geht es hinunter und am Fjord entlang, irgendwie funktioniert heute mein Druckausgleich im Ohr nicht so richtig. Auf der anderen Seite des Fjords wieder hoch hinaus, Serpentine um Serpentine, wieder runter, wieder weiter. Es dauert ewig, ehe wir wieder aus dem Bus klettern dürfen, mein Knie inzwischen steif. Ich nutze die Gelegenheit und stapfe einen steilen Pfad nach oben, habe einen fantastischen Blick, die Fotos werden noch imposanter, eingerahmt in etwas Natur am Wegesrand. Ein Blick hinunter auf den Geirangerfjord, eingerahmt von steilen Bergen und Wasserfällen. Kaum zu glauben, dass an diesen Hängen früher sogar Bauernhöfe und Almen bewirtschaftet wurden. Ich würde jetzt gern hier oben sitzen bleiben, etwas länger als uns für die Pause gegeben ist. Ja, ich bin diszipliniert und gehe zurück, in kleinen Schrittchen, das Knie freut sich jetzt nicht mehr über meinen kleinen Ausflug in die Höhe. Nun geht’s auf die letzte Etappe, zur Insel Bergsøya. Zwei Stunden weiter checken wir ein, in Fosnavåg. Ein langer Tag im Bus geht zu Ende, einmal quer durch das Fjord-, Gletscher- und Bergnorwegen – viel gesessen, aber noch viel mehr gesehen. Das Knie tut noch beleidigt, aber das Ohr ist wieder ganz das alte …

7.  Tag – Von Ålesund über Kristiansund nach Trondheim
In der Nacht hat es geregnet und früh beim Koffereinladen nieselt es immer noch. Und wieder beginnen wir mit einer Busfahrt – es nennt sich ja schließlich nicht umsonst „Rundfahrt“! Von Hareid bringt uns die Fähre samt Bus über den Sulafjorden und anschließend in einem großen Bogen bis nach Ålesund. Hier spazieren wir gemeinsam mit Ursel, unserer Reisebegleiterin, durch ein wunderschönes Städtchen. Das heutige Stadtbild hat allerdings einen dramatischen Hintergrund: Bei einem großen Brand im Jahr 1904 wurde fast die gesamte Innenstadt zerstört. Anschließend wurde Ålesund innerhalb weniger Jahre im damals modernen Jugendstil wieder aufgebaut. Und genau diese Häuser machen heute den Charme aus. Schöne Blicke bieten sich vor allem im Hafen. Zu Beginn werden wir mit einem Regenbogen begrüßt, aber die Sonne verschwindet sofort wieder. Wir laufen noch eine steile Treppe hinauf auf den 52 Meter hohen Storhaugen und vorbei an der Ålesund-Kirche, die zurzeit wohl restauriert wird. Und schon sind wir zu Fuß ziemlich schnell einmal herum und wieder zurück. Gerade das macht aber ihren Reiz aus: Hafen, kleine Gassen und mehr als. 320 Jugendstilhäuser liegen dicht beieinander. Dichter wurde nun auch der Nieselregen und wir schlüpfen schnell in unseren Bus, der uns zur nächsten Fähre bringt. Mit ihr werden wir den Romsdalsfjord überqueren und nach gut einer halben Stunde Molde erreichen … (Fortsetzung folgt)

Es regnet und wir fahren – sicher und trocken von Piotr chauffiert. Ursel erzählt uns Details, was wir draußen eigentlich sehen (könnten). Es geht nämlich über die berühmte Atlanterhavsvegen, die Atlantikstraße, deren gut 8 km lange Kernstrecke Vevang mit Kårvåg verbindet. Nur an der markanten Storseisundbrua steigen wir kurz aus, laufen schnell mal die Runde auf den Stegen und versuchen, ein paar Fotos zu schießen. Auf Valsøya heißt es dann: Zwangspause für unseren Fahrer. Während er seine vorgeschriebene Ruhezeit einhält, marschieren wir im strömenden Nieselregen ein wenig durch die Ferienanlage Valsøya Fjordcamping. Und hier zeichne ich auch die enorme Wanderstrecke von 1.260 m für Komoot auf. Zurück in Bus werden wir nun noch auf eine restliche Fahrzeit von 2 Stunden eingestimmt, 530 km werden dann auf den Tacho stehen. Genügend Zeit, um mir mal mit KI eine Schönwetter-Fahrt herbei zu schummeln …

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8.  Tag – Trondheim
Ein Tag in Trondheim. Ein Tag der Superlative. Wenn man unserem StadtführerDennys glauben darf. Ein Berliner, der seit einem Jahr mit seiner Familie hier in Trondheim lebt. Um zehn übernimmt er für zwei Stunden das Kommando über unsere Reisegruppe. Zu Fuß folgen wir ihm und seinen interessanten Ausführungen. Wir beginnen vor der Kathedrale – übrigens seit 1814 die Krönungskirche – durch die er uns leider nicht führen darf, auch hier ist Stille Kondolenz für den König angesagt. Norwegen wurde tatsächlich erst 1905 unabhängig. Der dänische Prinz. Carl von Dänemark wurde hier als Haakon VII. zum ersten König des unabhängigen Norwegens gekrönt.Dennys erzählt uns von Olaf Tryggvason, der 997 die Stadt gründete. Derweil stehen wir vor der Statue von Olaf, hoch oben auf einem Turmsockel, der wohl gleichzeitig eine Sonnenuhr sein soll. Erstes Superlativ – die wohl schlechteste der Welt. Zu wenig Sonne, außerdem steht sie meist zu tief und kommt gar nicht auf den Platz hier an.Dennys berichtet von der nördlichsten Straßenbahn der Welt, der Gråkallbanen, die hier mit einer Spurbreite von einem Meter fährt. Wir sehen das wunderschöne Seniorenheim Angellshus mit der wohl längsten Anmeldezeit – scherzhaft heißt es: etwa 60 Jahre! Angeblich meldet man sein Kind hier gleichzeitig für den Kindergarten und fürs Seniorenheim an.! Wir entdecken den einzigen Fahrradlift der Welt – man hakt sich mit dem Fuß ein und wird geschoben und schiebt dabei selbst das Rad. Kurios.. Wir laufen durch die. Bakklandet – das historische Viertel am Fluss Nidelva, bis hin zur Gamle Bybro, der berühmten „Alte Stadtbrücke“ von Trondheim. Schließlich landen wir wieder an der Kathedrale und werden nun noch (ersatzweise) von Ingrid, einer einheimischen Dame durch den Erkebispegården – den Erzbischofspalast geführt. Ebenso interessant, Hier steht zum Beispiel das älteste erhaltene weltliche Steingebäude Norwegens, dessen älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert stammen. Im Museum stoßen wir sogar auf eine alte Münzwerkstatt. Auch das ein Novum: Geld herstellen durfte eigentlich nur der König – hier durfte es auch der Erzbischof. Nach so viel Geschichte wird es Zeit für einen Ortswechsel. Nun sammelt uns Piotr wieder ein und fährt uns hinaus zum Sverresborg Trøndelag Folkemuseum, einem großen Freilichtmuseum mit historischen Holzhäusern und Anlagen. Im leichten Regen beginnen wir dort herumzustreifen. Erst ist es etwas ärgerlich, dass nur wenige dieser Häuser geöffnet sind, aber je weiter wir vordringen, umso. öfter bekommen wir Eintritt in die frühere Zeit. Eine alte Werkstatt, die Schule, die Wäscherei, die Tenne. Einen kleinen Sagenpfad wandern wir entlang, steigen einen kleinen Berg hinauf, von dem wir auf Trondheim hinabschauen. Schließlich wechseln wir noch in das neunzehnte und zwanzigste Jahrhundert, schauen beim Zahnarzt vorbei und in der Apotheke, beim Hutmacher und ein paar anderen Handwerkern. Am Samstag ist hier ein Mittelalterfestival, bestimmt sehr interessant. Aber ab Donnerstag ist ein Monat Staatstrauer angesagt, wer weiß, ob es stattfinden darf. Wir fahren wieder zurück in die Stadt und haben noch 3 Stunden Freizeit. Als erstes holen wir die Besichtigung der Kathedrale nach, individuell. Beeindruckend!. Der kleine Rundgang lässt uns tief in ihre jahrhundertealte Geschichte eintauchen. Besonders beeindruckend sind die hohen Gewölbe, die kunstvollen Steinmetzarbeiten und die farbenprächtigen Glasfenster. Die Orgel hätte ich gern gehört, aber es herrscht eine umfassende Stille. Anschließend kreuzen wir durch Straßen, mal dahin, mal dorthin und entscheiden uns für einen Rückweg zum Hotel zu Fuß. So gewinnen wir eine Stunde, um unsere pflastermüden Füße noch etwas in die Waagerechte zu bringen …

mit Komoot aufgezeichnet von wanderro u t e

9.  Tag – Über Lillehammer zurück nach Oslo

Heute steht die Rückfahrt nach Oslo auf dem Programm. Wir schauen melancholisch aus dem Fenster und lassen die Erlebnisse gedanklich Revue passieren. Die Sonne schaut auch hinter den Wolken hervor, nachdem sie sich zwei Tage rar gemacht hatte. So gelingt uns noch das eine oder andere Foto aus dem Bus heraus, allerdings lässt die Sonne einiges spiegeln. In Lillehammer legen wir eine längere Pause ein. Zuerst laufen wir ehrfurchtsvoll durch das Gelände mit der Olympiaschanze, wo unser Floh aus dem Erzgebirge seine Gewinnersprünge absolvierte. Nachdem er 1984 in Sarajevo Gold für die DDR geholt hatte, schaffte er 1994 in Lillehammer für das wiedervereinigte Deutschland das historische Comeback an die Weltspitze. Anschließend schlendern wir noch ein Stündchen durch das Städtchen, bevor wir uns auf die letzte Etappe nach Oslo begeben. Unterwegs bedankt sich unsere Ursel bei uns, beim Busfahrer Piotr,. fragt uns nochmal alle Stationen ab und immer wieder wird geklatscht. Die Gruppe hat einen Umschlag rumgehen lassen, sodass wir uns ebenfalls bei den beiden bedanken können. Es hat alles gepasst! Danke!..

In Oslo findet ja heute die Beerdigung von König Harald V. statt, wir merken aber davon nichts, denn unser Hotel liegt außerhalb, gleich am Flughafen in Gardermoen. Letzter Check-in, letztes Abendessen, letzte Nacht …

mit Komoot aufgezeichnet von wanderro u t e

10.  Tag – Abreise

Allgemeines Verabschieden. Die „Flughafen-Berliner“ starten eine Stunde vor den „Flughafen-Frankfurtern“. (Wobei ich hier nicht die Lebensmittel meine. Frankfurter und Berliner 😂).

Die Sonne strahlt uns nochmal richtig hinterher und macht den Abschied schwer. Aber zuhause wartet die „Nachbereitung“, vielleicht wird es ein Bilderfilm, vielleicht ein Fotobuch, mal sehen. Der Reiseblog dagegen, der ist schon fertig – mit dem Bericht über mehr als 2.400 km Norwegen-Erlebnissen, wenn wir weder einen welch noch einen Troll gesehen haben. Deshalb kommen wir sicher noch einmal wieder …

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